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Die „Union of Skills“: Europas Antwort auf den digitalen Fachkräftemangel

Die Digitalisierung sowie der Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft schreiten mit rasantem Tempo voran. Während Unternehmen händeringend nach Fachkräften suchen, fehlen vielen Beschäftigten die nötigen Fähigkeiten, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten. Diese Kompetenz- und Arbeitskräftelücken bremsen die Wettbewerbsfähigkeit der EU – gerade im digitalen Bereich.

 

Die Europäische Kommission hat Anfang März eine Antwort auf diese Herausforderung präsentiert: die neue Phase der Initiative „Union of Skills“. Sie versteht sich als strategisches Dach, das Bildung, Wirtschaft und öffentliche Hand in einem europäischen Kompetenzökosystem vereint. Im Zentrum steht dabei nicht die Technik – sondern der Mensch. Denn Europas Stärke liegt nicht allein in Innovation, sondern in den Fähigkeiten seiner Bürgerinnen und Bürger. Bestreben der Initiative ist es höhere Grund- und Spezialkompetenzen zu vermitteln, lebenslanges Lernen zu ermöglichen, grenzüberschreitende Rekrutierung zu erleichtern und Talente in Europa zu fördern und zu halten.

Gerade im Bereich der digitalen Kompetenzen ist der Handlungsdruck besonders hoch. Fast der Hälfte der Erwachsenen in der EU fehlen grundlegende digitale Fertigkeiten – obwohl über 90 Prozent der Jobs sie heute bereits voraussetzen. Die Herausforderungen beginnen dabei schon weit vor dem Eintritt ins Berufsleben: Die PISA-Studie 2022 zeigt dramatische Rückgänge bei den 15-jährigen hinsichtlich ihrer Grundkompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaften – und auch im digitalen Bereich klaffen bedenkliche Lücken.

Die „Union of Skills“ will genau hier ansetzen. Sie bündelt Programme wie das Digital Europe Programme, den Pact for Skills und verschiedene EU-Fonds. Das Fundament bildet der Aktionsplan für Grundfertigkeiten, der gezielt Basiskompetenzen in Lesen, Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaften, digitalen Fähigkeiten und Staatsbürgerschaft fördert. Künftig sollen Schulen, Verwaltungen und Unternehmen enger kooperieren, um Menschen aller Altersgruppen fit für die Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit und Datenmanagement zu machen. Die neue Phase der „Union of Skills“ denkt europäisch, setzt auf regionale Kompetenzpartnerschaften und fördert Instrumente wie Mikro-Zertifikate und digitale Qualifikationspässe, die grenzüberschreitend anerkannt werden können. Ziel ist eine dynamische, interoperable und inklusive Arbeitswelt, die Menschen mitnimmt – nicht abhängt.

Was kommt auf die Kommunen zu?

Die Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der digitalen Transformation. Sie sind nicht nur selbst Arbeitgeber, sondern gestalten die Digitalisierung vor Ort ganz konkret mit – in Schulen, Bauämtern, Sozialdiensten, Stadtwerken oder Bürgerbüros. Doch viele Städte und Gemeinden sind doppelt herausgefordert: Einerseits müssen sie ihre eigenen Strukturen digitalisieren, andererseits fehlt es an qualifiziertem Personal, um diese Prozesse umzusetzen. Besonders im IT-Bereich, in der Bauverwaltung, bei der Digitalisierung der Bildung oder in sozialen Diensten stoßen viele Kommunen bereits heute an ihre Grenzen. Der öffentliche Dienst altert rapide, und junge Fachkräfte sind rar. Die „Union of Skills“ kann hier helfen, durch Weiterbildungsprogramme gezielt digitale Qualifikationen für kommunale Beschäftigte zu fördern – praxisnah und berufsbegleitend.

Gleichzeitig fordert die Umsetzung einiges: Kooperation zwischen kommunalen Betrieben, lokalen Bildungsakteuren und überregionalen Förderstellen. Hier müssen neue Strukturen aufgebaut und vorhandene Hürden abgebaut werden – etwa bei der Anerkennung nicht-akademischer Abschlüsse oder bei der Finanzierung von Weiterbildungen.

Kommunale Spitzenverbände fordern daher mit Recht einen klaren regulatorischen Rahmen, verlässliche finanzielle Unterstützung und realistische Umsetzungsfristen – vor allem im Hinblick auf die neue EU-Digitalidentitäts-Brieftasche und interoperable Verwaltungsplattformen. Wichtig ist zudem die Einbindung ländlicher Räume, die laut EU-Kommission besonders stark bei digitalen Grundkompetenzen zurückliegen.

Bewertung

Die „Union of Skills“ ist mehr als ein arbeitsmarktpolitisches Projekt - sie ist eine Investition in Europas Zukunft. Sie macht klar: Digitale Kompetenzen sind heute ebenso grundlegend wie Lesen und Schreiben. Wer Europa digital wettbewerbsfähig machen will, muss Menschen in die Lage versetzen, mitzuhalten – und mitzugestalten. Mit der „Union of Skills“ stellt die EU den Menschen ins Zentrum ihrer Digitalstrategie – das ist richtig und notwendig. Der Wandel hin zu einer digital souveränen und krisenfesten Union kann nur gelingen, wenn Kompetenzen strategisch aufgebaut und fair verteilt werden. Die EU-Kommission liefert dafür den richtigen Ansatz: sektorübergreifend, mobilitätsfördernd, lebensbegleitend.

Doch wie so oft liegt die Herausforderung im „Wie“. Gerade die kommunale Ebene darf nicht überfordert, sondern muss als aktiver Partner eingebunden werden. Aus Brüssel kommende Programme müssen in Rathäusern, Schulen und Stadtwerken auch tatsächlich ankommen – mit passenden Ressourcen, praxisnahen Konzepten und dem Mut zur Vereinfachung. Die „Union of Skills“ darf kein abstrakter Verwaltungsentwurf bleiben, sondern hat das Potential ein echtes europäisches Projekt zu werden – mit der Chance, die Menschen fit zu machen für die Zukunft. Jetzt braucht es den Schulterschluss zwischen EU, Mitgliedstaaten und Kommunen. Denn Europas digitale Zukunft hängt nicht nur von Technologie ab – sondern von Menschen, die sie verstehen und gestalten können.

 

Das Kinopublikum konnte an diesem besonderen Sonntag knapp sechs Stunden europäischen Film in wunderbarem Ambiente genießen und im Anschluss selbst online für ihren Favoriten im Rennen um den LUX-Publikumspreis 2025 abstimmen. Auf dem Programm standen INTERCEPTED von Oksana Karpovych, JULIE KEEPS QUIET von Leonardo van Dijl und FLOW von Gints Zilbalodis. Dies sind drei außergewöhnliche Filme, die ein breites Spektrum an Themen und Genres abdecken. Vom Dokumentarfilm, der erschütternde Original-Tonaufnahmen russischer Soldaten mit Bildern der verwüsteten, aber neu erwachenden Landschaft in der Ukraine verbindet über das Leben einer jungen Sportlerin an einer Elite-Tennisakademie, deren Trainer ins Fadenkreuz von Ermittlern gerät bis hin zu einem Animationsfilm über eine Zukunftsvision, in der sich Mensch und Natur neu begegnen müssen.

„Wir haben gestern drei großartige europäische Filme gesehen, die wirklich unter die Haut gehen. Es war ein emotionaler und bewegender Filmsonntag, der sowohl spannende als auch mitreißende Momente bereithielt. Vor allem aber regte er uns alle zum Nachdenken an. Denn alle drei Filme behandeln Themen, die aktueller denn je sind: Krieg und Hoffnung, Macht und Abhängigkeiten sowie das fragile Gleichgewicht unserer Welt. Es ist wichtig, diese europäischen Geschichten zu zeigen. Ich bin deshalb sehr froh und dankbar, dass wir gemeinsam mit der Kinofamilie Stürtz diese tolle Veranstaltung wieder durchführen konnten. Es war wunderbare Werbung für den europäischen Film“, erklärt Sabine Verheyen, Erste Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und ehemalige Vorsitzende im Ausschuss für Kultur und Bildung.

Hintergrund:

Der LUX-Publikumspreis ist eine Neuauflage des seit 2007 vergebenen LUX-Filmpreises des EU-Parlaments. Er wird seit 2021 gemeinsam mit der Europäischen Filmakademie vergeben. Mit dem LUX-Publikumspreis werden herausragende europäische Filme ausgezeichnet und einem breiten Publikum über Grenzen hinweg zugänglich gemacht. Die nominierten Filme schärfen das Bewusstsein für aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen, beziehen die Zuschauer so in Debatten über Europa ein und sind Ausdruck der Schönheit und Vielfalt des europäischen Kinos.

Im Zuge der Neuauflage wird der Gewinnerfilm nun nicht mehr alleine von den EU-Abgeordneten gewählt. Vielmehr können auch die Zuschauer selbst online über ihren Favoriten abstimmen. Die Stimmen der Abgeordneten sowie der Bürgerinnen und Bürger zählen schließlich jeweils 50 Prozent. Die Vorauswahl der Finalistenfilme wird von einer Jury, bestehend aus Vertretern der europäischen Filmbranche, getroffen. Am 18. September 2024 wurden die fünf Finalistenfilme im Europäischen Parlament in Straßburg bekannt gegeben. Die nominierten Filme sind in den 24 Amtssprachen der EU untertitelt. Der Film, der den LUX-Publikumspreis gewinnt, wird für Seh- und Hörgeschädigte adaptiert und in den EU-Ländern beworben. Noch bis April können nun alle Europäerinnen und Europäer online für ihren Lieblingsfilm abstimmen. Der Gewinner wird bei der Preisverleihung im Europäischen Parlament am 29. April 2025 in Brüssel bekannt gegeben.

Pressekontakt:

Sandra Esser

Wissenschaftliche Referentin

Europabüro Aachen

Monheimsallee 37

52062 Aachen

Tel.: 0241 56006933

E-Mail: sabine.verheyen@ep.europa.eu