LUX-Filmfestival 2017

LUX-Filmfestival in Aachen

Die Stadt Aachen, die Karlspreisstiftung und das CAPITOL Aachen laden in der Woche vom 6. bis 12. November 2017 zum „LUX-Filmfestival 2017“ in Aachen ein. In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament und unter der Schirmherrschaft der Aachener Europaabgeordneten Sabine Verheyen freuen sich die Veranstalter, nach dem ersten Europäischen Filmsonntag im vergangenen Jahr, nun mit dem LUX-Filmfestival 2017 ein ganz besonderes Veranstaltungsformat in Aachen präsentieren zu können.

Mit dem LUX-Filmfestival haben sich die Organisatoren zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der europäischen Filmkunst einem breiten Aachener Publikum zu präsentieren. Getreu dem Motto der Europäischen Union „In Vielfalt geeint“ soll anhand der zehn Filme der offiziellen Auswahl für den LUX-Filmpreis 2017 die Universalität der europäischen Werte, die kulturelle Vielfalt und der Prozess der europäischen Integration veranschaulicht werden. Der Film als wesentlicher Bestandteil europäischer Kultur ist aus Sicht der Organisatoren ein äußerst geeignetes Medium, um in Zeiten steigender Europaskepsis auf die Bedeutung der europäischen Wertegemeinschaft und den sprachlichen und kulturellen Reichtum innerhalb dieser Gemeinschaft aufmerksam zu machen.

Die zehn Filme der offiziellen Auswahl werden im Rahmen des LUX-Filmfestivals innerhalb einer Woche in Aachen präsentiert (in Originalversion mit deutschen/englischen Untertiteln). Den Höhepunkt des LUX-Filmfestivals stellt der Finaltag dar. An diesem Tag werden die drei Finalisten-Filme nacheinander in Originalfassung mit deutscher Untertitelung in Aachen gezeigt. Die Zuschauer haben im Anschluss an die Filmvorführungen die Möglichkeit, ihren Favoriten unter den drei Finalisten zu wählen. Sabine Verheyen, Europaabgeordnete und Schirmherrin der Veranstaltung, nimmt dieses Votum mit nach Straßburg und wird es bei ihrer Abstimmung im Europäischen Parlament berücksichtigen.

Zeit

Montag, 6. November 2017 bis Sonntag, 12. November 2017

Ort

6.-10. November 2017: Eden Palast, Franzstraße 45, 52064 Aachen
Finaltag 12. November 2017: CAPITOL, Seilgraben 8, 52062 Aachen

Programm

Eden PALAST

06.11.2017, 20 Uhr
KING OF THE BELGIANS
(94 min.; OV bg., nl., en., fr.; Untertitel en.)

07.11.2017, 17 Uhr
SUMMER 1993
(96 min., OV ca., Untertitel de.)

08.11.2017, 17 Uhr
THE OTHER SIDE OF HOPE
(98 min., OV fi., en., ar., Untertitel de.)

09.11.2017, 17 Uhr
A CIAMBRA
(118 min., OV it., Untertitel de.)

09.11.2017, 20 Uhr
GLORY
(101 min., OV bg., Untertitel en.)

10.11.2017, 17 Uhr
HEARTSTONE
(129 min., OV is., Untertitel de.)

10.11.2017, 20 Uhr
THE LAST FAMILY
(123min., OV pl., Untertitel de.)

Finale CAPITOL, 12.11.2017, 10:30 Uhr bis 19:00

Ablauf
Begrüßung und Einführung
120 BEATS PER MINUTE
Pause mit Mittagsimbiss
SÁMI BLOOD
Kaffeepause
WESTERN
Votum und Resümee

Kartenvorverkauf

Ab dem 23. Oktober 2017 an den Kassen des CAPITOL, Cineplex und Eden Palast und im Online-Verkauf unter https://www.cineplex.de/filmreihe/lux-filmpreis-2017/2273/aachen/ und unter http://www.capitol-aachen.de/eventtipp-lux-filmpreis.php.

Preis: 6,50,- € pro Vorstellung im Edenpalast und 15,- € für den Finaltag im CAPITOL

Partner

CAPITOL Kino
Karlspreisstiftung
Stadt Aachen
Europäisches Parlament – Sabine Verheyen (Schirmherrin)

Hintergrund

Mit dem LUX-Filmpreis zeichnet das Europäische Parlament seit 2007 jährlich einen Film aus, der auf besondere Weise das europäische Publikum berührt und mit Blick auf die aktuellen sozialen und politischen Herausforderungen in Europa zum Nachdenken anregt. Eine 21-köpfige Fachjury wählt unter allen Teilnehmern zehn Filme für die offizielle Auswahl und schließlich drei Filme ins Finale des Wettbewerbs. Die drei Finalisten-Filme werden in allen 24 Amtssprachen der EU untertitelt und im Zuge der „LUX Film Days“ in den 28 EU-Mitgliedstaaten gezeigt. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments wählen schließlich den Gewinner des LUX-Filmpreises und zeichnen diesen im Rahmen einer Plenartagung in Straßburg aus. Der Film, der den LUX-Filmpreis erhält, wird auch für hör- und sehbehinderte Menschen produziert und beim internationalen Vertrieb unterstützt.
Die zehn bisherigen LUX-Filmpreis-Gewinner waren TONI ERDMANN von Maren Ade (2016), MUSTANG von Deniz Gamze Ergüven (2015), Ida von Pawel Pawlikowski (2014), Broken Circle Breakdown von Felix van Groeningen (2013), Io sono Li von Andrea Segre (2010), Les Neiges du Kilimandjaro von Robert Guédiguian (2011), Die Fremde von Feo Aladag (2010), Begrüßung von Philippe Lioret (2009), Le Silence de Lorna von Jean-Pierre und Luc Dardenne (2008) und Auf der anderen Seite von Fatih Akin (2007).

Finalisten 2017

120 BPM (BEATS PER MINUTE)
Original: 120 battements par minute, auf Deutsch: 120 Schläge pro Minute
von Robin Campillo – Frankreich (144 min., OV fr.)

Das Drama „BPM” (Beats per minute), Robin Campillos dritter Film, beschreibt die Solidarität, den Humor und die Entschlossenheit einer Gruppe von Act-Up-Aktivisten, die im Frankreich der frühen 90er-Jahre für mehr gesellschaftliches Bewusstsein für HIV/AIDS-Erkrankungen, für raschere Fortschritte in der Prävention und bessere Behandlungsmöglichkeiten kämpft.

SÁMI BLOOD
Original: Sameblod
von Amanda Kernell – Schweden, Dänemark, Norwegen (110 min., OV sv./südsamisch)

Schweden in den 1930er-Jahren: Die 14-jährige Elle Marja stammt aus der indigenen Volksgruppe der Samen und muss entsprechend der damaligen staatlichen Vorgaben ein Internat fernab der Eltern besuchen. Während Diskriminierung, Ausgrenzung und Misshandlung zu ihrem grausamen Alltag gehören, träumt Elle Marja von einem anderen Leben und lässt ihre Gemeinschaft hinter sich, um als Schwedin akzeptiert zu werden.

WESTERN
von Valeska Grisebach – Deutschland, Bulgarien, Österreich (121 min., OV de.)

Valeska Grisebachs dritter Film erzählt mit zahlreichen Westernelementen die Geschichte einer Gruppe deutscher Bauarbeiter, die in der schönen Naturlandschaft Bulgariens ein Wasserkraftwerk errichten soll. Das fremde Land weckt Abenteuergefühle bei den Männern, doch gleichzeitig werden sie mit ihren Vorurteilen und ihrem Misstrauen konfrontiert. Für zwei der Männer wird ein nahegelegenes Dorf zur Bühne für einen Konkurrenzkampf um die Anerkennung und die Gunst des Dorfes. Das Drama „Western“ beleuchtet die Themen der Wirtschaftsmigration und Integration.

Die weiteren sieben Filme der offiziellen Auswahl für den LUX-Filmpreis 2017:

A CIAMBRA
von Jonas Carpignano – Italien, Brasilien, Vereinigte Staaten, Frankreich, Deutschland, Schweden (118 min., OV it.)

In A Ciambra, einer kleinen Roma-Gemeinde in Kalabrien, lebt der 14-jährige Pio (Pio Amato) und wächst inmitten der italienischen Dorfbewohner, der Geflüchteten aus Afrika und der Roma-Community auf. Pio kann es kaum erwarten, als Erwachsener angesehen zu werden. Also trinkt er, raucht und hängt sich an seinen älteren Bruder Cosimo, der sein Geld mit Autodiebstählen verdient. Als Cosimo spurlos verschwindet und die Dinge beginnen, auf falsche Pfade zu geraten, wird Pios Leben auf eine harte Probe gestellt. Pio muss beweisen, ob er bereit ist, in die Fußstapfen seines älteren Bruders zu treten und in der Rolle des Familienoberhauptes harte Entscheidungen zu treffen.

GLORY
von Kristina Grozeva und Petar Valchanov – Bulgarien, Griechenland (101 min., OV bg.)

Eines Morgens findet der ehrliche Bahnarbeiter Tsanko Petrov Bargeld auf den Gleisen. Er beschließt, den Millionenfund der Polizei zu melden, erhält vom Staat eine Armbanduhr als Belohnung und setzt ungewollt die gesamte PR-Maschinerie des Verkehrsministeriums in Gang. Bei der Inszenierung seiner Heldentat geht die Leiterin der PR-Abteilung des Ministeriums, Julia Staikova, im erbitterten Ringen um Ruhm eindeutig zu weit. Sie verliert Petrovs alte Armbanduhr, ein Erbstück seines Vaters. Und so beginnt Petrovs verzweifelter Kampf, seine alte Uhr und vor allem seine Würde zurückzuerlangen.

HEARTSTONE
von Guðmundur Arnar Guðmundsson – Island, Dänemark (129 min., OV is.)

Hearstone erzählt die persönliche Geschichte des Regisseurs Guðmundur Arnar Guðmundsson, der als Junge in einem abgelegenen isländischen Fischersdorf aufwächst. „Ein Ort voller Kontraste, an dem die Sonne im Sommer die längste Zeit über dem Land scheint und im Winter die kürzeste Zeit; ein Ort, an den junge Kinder kommen, um Tiere zu entdecken und an dem sie oftmals erkennen, wie unglaublich schön und grausam zugleich Natur und Menschen sein können“, beobachtet Guðmundsson. „Als Kind und Teenager habe ich mir immer gewünscht, den Erwachsenen in meinem Umfeld zeigen zu können, wie unsere Welt wirklich ist. Als Filmemacher möchte ich das jetzt tun – die Jugend wahrhaftig darstellen, da diese Jahre unser Leben auf eine klare, wunderschöne und manchmal auf eine harte Art und Weise wiederspiegeln.“

KING OF THE BELGIANS
von Peter Brosens und Jessica Woodworth – Belgien, Niederlande, Bulgarien (94 min., OV bg., nl., en., fr.)

König Nicolas III. von Belgien befindet sich auf einem Staatsbesuch in Istanbul, als der wallonische Teil Belgiens in seiner Abwesenheit seine Unabhängigkeit erklärt. Als er auf der Stelle abreisen möchte, um sein Königreich zu retten, macht ein Sonnensturm seinem Rückflug und auch jeder Kommunikation nach Hause einen Strich durch die Rechnung. Und es kommt noch schlimmer: Die türkischen Sicherheitsbehörden lehnen den Vorschlag des Königs, auf dem Landweg nach Hause zu reisen, vehement ab. Der König und sein Anhang müssen also unerkannt über Land nach Belgien gelangen. Und so beginnt eine dubiose Irrfahrt über den Balkan, auf der sich ein britischer Filmemacher und eine bulgarische Volkstanzgruppe als unerwartete Helfer erweisen.

SUMMER 1993
von Carla Simón – Spanien (96 min., OV ca.)

Schweigend sieht die sechsjährige Frida zu, wie die letzten Gegenstände aus der Wohnung ihrer verstorbenen Mutter verpackt werden. Zum Abschied laufen Freunde winkend hinter dem Auto her. Obgleich sie von der Familie ihres Onkels liebevoll aufgenommen wird, gewöhnt sich Frida fernab ihrer Heimatstadt Barcelona nur zögerlich an ihr neues Zuhause auf dem Land. Momente kindlicher Ausgelassenheit wandeln sich zu nachdenklicher Distanziertheit. Abends betet Frida für ihre Mutter, die sie schmerzlich vermisst, tagsüber versucht sie ihren Platz in diesem neuen Leben zu finden.

THE LAST FAMILY
von Jan P. Matuszyński – Polen (123min., OV pl.)

Der berühmte polnische Maler Zdzisław Beksiński ist bekannt für seine düsteren und surrealistischen Bilder. Sein neurotischer und selbstmordgefährdeter Sohn Tomasz ist DJ eines Kult-Radios und Übersetzer, zuständig für die polnische Version der Monty Python Filme. Und seine Frau, Zofia Beksińska, hält traditionsgemäß und rollenkonform die Familie zusammen. Das bewegende Porträt einer berühmten polnischen Künstlerfamilie beschreibt ein Leben zwischen Horror und Groteske und am Rande dessen, was allgemeingültig als Norm verstanden wird.

THE OTHER SIDE OF HOPE
von Aki Kaurismäki – Finnland, Deutschland (98 min., OV fi., en., ar.)

Khaled ist vor dem Krieg in Syrien geflohen und kommt mit einem Kohlefrachter nach Finnland. Als sein Asylantrag abgelehnt wird, versteckt er sich, um illegal im Land zu bleiben. Er taucht in der finnischen Hauptstadt unter und lebt auf der Straße. Eines Tages begegnet er Wikström, der gerade sein Leben neu geordnete hat: Er hat seine Frau verlassen, seinen Job gekündigt, setzt sein Pokerface am Glücksspieltisch ein und kauft ein Restaurant im letzten Winkel von Helsinki. Wikström organisiert Khaled einen falschen Ausweis und lässt ihn als Aushilfe arbeiten. Für eine Weile bilden die beiden gemeinsam mit der Kellnerin, dem Koch und dessen Hund eine utopische Einheit die vorführt, dass die Welt besser sein könnte und sollte. Doch vor dem alltäglichen Rassismus und den Entscheidungen der Behörden kann Wikström Khaled nicht beschützen.