Europäischer Filmsonntag – LUX-Filmpreis 2016

Europäischer Filmsonntag in Aachen

Die Stadt Aachen, die Karlspreisstiftung und das CAPITOL Aachen laden am Sonntag, den 20. November 2016 in der Zeit von 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr zum „Europäischen Filmsonntag – LUX-Filmpreis 2016“ in das CAPITOL in Aachen ein. In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament und unter der Schirmherrschaft der Aachener Europaabgeordneten Sabine Verheyen freuen sich die Veranstalter, zum 10. Jubiläum des LUX-Filmpreises mit dem Europäischen Filmsonntag ein ganz besonderes Veranstaltungsformat in Aachen präsentieren zu können.

Mit dem ersten Europäischen Filmsonntag haben sich die Organisatoren zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der europäischen Filmkunst einem breiten Aachener Publikum zu präsentieren. Getreu dem Motto der Europäischen Union „In Vielfalt geeint“ soll anhand der drei Finalistenfilme des LUX-Filmpreises die Universalität der europäischen Werte, die kulturelle Vielfalt und der Prozess der europäischen Integration veranschaulicht werden. Der Film als wesentlicher Bestandteil europäischer Kultur ist aus Sicht der Organisatoren ein äußerst geeignetes Medium, um in Zeiten steigender Europaskepsis auf die Bedeutung der europäischen Wertegemeinschaft und den sprachlichen und kulturellen Reichtum innerhalb dieser Gemeinschaft aufmerksam zu machen.

Die drei Finalisten-Filme werden nacheinander in Originalfassung mit deutscher Untertitelung in Aachen gezeigt. Die Zuschauer haben im Anschluss an die Filmvorführungen die Möglichkeit, Ihren Favoriten unter den drei Finalisten zu wählen. Sabine Verheyen nimmt dieses Votum mit nach Straßburg und wird es berücksichtigen, wenn im Zuge der Plenarsitzung des Europäischen Parlaments über den Gewinner des LUX-Filmpreises abgestimmt wird.

Zeit

Sonntag, 20. November 2016, 11:00 bis 19:00 Uhr

Ort

CAPITOL, Seilgraben 8, 52062 Aachen

Ablauf

11:00 Uhr Begrüßung und Einführung

11:15 Uhr A PEINE J´OUVRE LES YEUX

13:00 Uhr Pause mit Mittagsimbiss

14:00 Uhr MA VIE DE COURGETTE

15:10 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr TONI ERDMANN

18:40 Uhr Votum und Resümee.

Kartenvorverkauf

Ab dem 7. Oktober 2016 an den Kassen des CAPITOL, Cineplex und Eden Palast zum Preis von 9 Euro pro Person

Partner

CAPITOL Kino

Karlspreisstiftung

Stadt Aachen

Europäisches Parlament – Sabine Verheyen (Schirmherrin)

Hintergrund

Mit dem LUX-Filmpreis zeichnet das Europäische Parlament seit 2007 jährlich einen Film aus, der auf besondere Weise das europäische Publikum berührt und mit Blick auf die aktuellen sozialen und politischen Herausforderungen in Europa zum Nachdenken anregt. Eine 21-köpfige Fachjury wählt unter allen Teilnehmern zehn Filme für die offizielle Auswahl und schließlich drei Filme ins Finale des Wettbewerbs. Die drei Finalisten-Filme werden in allen 24 Amtssprachen der EU untertitelt und im Zuge der „LUX Film Days“ in den 28 EU-Mitgliedstaaten gezeigt. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments wählen schließlich den Gewinner des LUX-Filmpreises und zeichnen diesen im Rahmen einer Plenartagung in Straßburg aus. Der Film, der den LUX-Filmpreis erhält, wird auch für hör- und sehbehinderte Menschen produziert und beim internationalen Vertrieb unterstützt.

 

Finalisten 2016

A PEINE J´OUVRE LES YEUX von Leyla Bouzid – Frankreich, Tunesien, Belgien, Vereinigte Arabische Emirate (102 min, OV arab., Untertitel de)

Tunis, Sommer 2010, ein paar Monate vor der Revolution: Farah, 18 Jahre alt, hat gerade ihr Abitur gemacht und die Familie stellt sie sich bereits als Ärztin vor. Doch Farah hat andere Pläne. Sie singt in einer Rock-Band und rebelliert mit politischen Texten. Die leidenschaftliche junge Frau probiert Alkohol, entdeckt die Liebe und erkundet Tunis‘ Nachtleben, ganz gegen den Willen ihrer Mutter Hayet, welche Tunesien und seine Gefahren gut kennt.

MA VIE DE COURGETTE von Claude Barras – Schweiz, Frankreich (66 min, OV fr., Untertitel de)

„Zucchini“ ist ein ungewöhnlicher Spitzname für einen 9-jährigen Jungen. Trotzdem ist Zucchinis Geschichte überraschend allgemeingültig. Nach dem plötzlichen Tod seiner Mutter freundet er sich mit dem Polizisten Raymond an. Dieser begleitet den Jungen zu seinem neuen Pflegeheim, wo viele weitere Waisen in seinem Alter leben. Zu Beginn hat Zucchini noch Probleme, sich in der seltsamen, manchmal gar feindlichen Umgebung zurechtzufinden. Doch mit Raymonds Hilfe und seinen neuen Freunden lernt Zucchini endlich, anderen zu vertrauen, findet wahre Liebe und letztlich eine neue Familie.

TONI ERDMANN von Maren Ade – Deutschland, Österreich, Rumänien (162 min, OV de)

 Winfried bekommt seine vielbeschäftigte Tochter Ines kaum zu Gesicht. Als der Musiklehrer plötzlich keine Schüler mehr hat und sein alter Hund verstirbt, beschließt er, sie mit einem Besuch zu überraschen. Ein seltsamer Plan, denn Karrierefrau Ines arbeitet als Corporate Strategist an einem wichtigen Projekt in Bukarest. Die neuen geographischen Gegebenheiten helfen den beiden jedoch nicht, besser miteinander klarzukommen. Winfried liebt es, seine Tochter mit abgedroschenen Streichen zu ärgern. Was Ines aber noch mehr stört, sind seine Sticheleien in Bezug auf ihren Lebensstil, der sich aus langen Meetings, Hotelbars und Performance Reports zusammensetzt. Die beiden erreichen eine Sackgasse in ihrer Beziehung und Winfried willigt ein, wieder nach Deutschland zurückzureisen. Doch da kommt der schrille „Toni Erdmann“ ins Spiel: Winfrieds glattzüngiges Alter Ego. Verkleidet mit einem geschmacklosen Anzug, seltsamer Perücke und noch seltsameren unechten Zähnen drängelt sich Toni in Ines‘ Arbeitswelt, indem er behauptet, der Life Coach von ihrem Chef zu sein. In seiner Rolle als Toni ist Winfried mutiger und hält sich nicht mehr zurück. Aber Ines stellt sich der Herausforderung. Je mehr die beiden einander drängen, desto enger wird ihre Beziehung. In all dem Wahnsinn beginnt Ines zu verstehen, dass ihr exzentrischer Vater nach all der Zeit einen Platz in ihrem Leben verdient hat.