Christdemokraten in der Euregio fordern Stilllegung von Tihange

25.02.2016

Mit großer Mehrheit haben sich die christdemokratischen Parteien in der Euregio Maas-Rhein auf dem EVP-Kongress „Tihange – Time to react“ am 25. Februar 2016 für die Stilllegung der Reaktoren Tihange 2 und Doel 3 ausgesprochen. Damit haben wir Christdemokraten in der Euregio ein klares Signal gesendet.

Rund 150 Teilnehmer waren meiner Einladung und der meines belgischen Kollegen Pascal Arimont MdEP nach Eynatten gefolgt. Mit dem Ziel, über mögliche Gefahren der AKWs zu informieren, wurden neun Experten angehört, darunter der Generaldirektor der belgischen Atomaufsichtsbehörde FANC Jan Bens, AKW-Betreiber Electrabel vertreten durch Arnaud Meert, Professor für Reaktorsicherheit Hans-Josef Allelein und Leiter der Berufsfeuerwehr Aachen Jürgen Wolff.

Auf die sachliche Diskussion der Experten folgten Fragen der Parteimitglieder aus dem Publikum. Dabei gelang es allerdings nicht, alle Zweifel bezüglich der Sicherheit der Reaktoren Tihange 2 und Doel 3 auszuräumen.

Ich halte es für unverantwortlich, die Reaktoren weiter zu betreiben, solange nicht alle Sicherheitsfragen eindeutig geklärt sind und wir nach wie vor von einem Restrisiko ausgehen müssen. Eine Stilllegung der Reaktoren Tihange 2 und Doel 3 ist in meinen Augen unabdingbar. Umso mehr freut es mich, dass sich eine große Mehrheit der Mitglieder in einem Grundsatzbeschluss gegen den Weiterbetrieb der Reaktoren aussprach. Wir fordern neben der Stilllegung auch die Erarbeitung eines grenzüberschreitenden Notfallplans. Ein solcher Notfallplan soll sich insbesondere auf die Gefahr nuklearer Unfälle konzentrieren und die Bevölkerung hinsichtlich seiner Umsetzung mit einbeziehen. Die Gesundheit der Bürger muss geschützt werden, daher setzen wir uns auch dafür ein, dass umfassende Vorbeuge- und Sofortmaßnahmen entwickelt werden.

Auf EU-Ebene werde ich mich auch weiterhin für einheitliche und verbindliche Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke sowie für die Schaffung einer europäischen Aufsichtsbehörde für Nuklearsicherheit stark machen.