Mehr Personal für Begleitung der Sterbenden

Beim 103. Hospizgespräch im Museum Zinkhütter Hof werden konkrete Forderungen formuliert. Rund 400 Teilnehmer führen angeregte Diskussion.

25.01.2016 Aachener Zeitung. Das neue Hospiz- und Palliativgesetz findet die volle Zustimmung all derer, die in diesem Bereich arbeiten. Das wurde beim 103. Hospizgespräch im Zinkhütter Hof in Stolberg mehr als deutlich.

„Die Politik hat bei der Gesetzgebung sehr genau hingesehen“, lobte beispielsweise Professor Roman Rolke, Direktor der Klinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Aachen. Er wünscht sich an jedem Krankenhaus eine Palliativstation. Und Dr. Birgit Weihrauch, Staatsrätin a.D. und ehemalige Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands, meint, dass mit dem neuen Gesetz die richtige Weichenstellung vorgenommen wurde. „Die Hospiz- und Palliativversorgung ist damit in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagte sie im Rahmen des Hospizgesprächs.

Das neue Gesetz sieht vielfältige Maßnahmen vor, um bundesweit einen flächendeckenden Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung zu erreichen. Berücksichtigt werden sollen vor allem auch die strukturschwachen und ländlichen Regionen. Und das ist offensichtlich ganz im Sinne all derer, die sich schon heute für eine gute medizinische und pflegerische Versorgung in der letzten Lebensphase einsetzen. Um diese zu erreichen sei eine gute Vernetzung und Koordination unerlässlich, meinen alle Beteiligten.

Und genau daran wollen sie auch in Zukunft weiter arbeiten. Und das Pflegepersonal in Pflegeeinrichtungen sollte entsprechend geschult werden, denn das sei durch die Sterbebegleitung ganz besonders gefordert und dürfe nicht allein gelassen werden, meinte Martina Kern, Leiterin von Alpha-Rheinland, einem Verband der Palliativversorgung. Es müsse Bildungskonzepte für die Mitarbeiter geben, und das neue Gesetz gehe dabei schon in die richtige Richtung, sagte sie.

„Das Gesetz macht Türen auf“, urteilte Prof. Andreas Wittrahm vom Caritasverband für das Bistum Aachen. Er forderte eine Begleitung der Sterbenden, die Rücksicht auf deren Wünsche und ihre individuelle Situation nimmt. Notwendig sei in jedem Fall eine ausreichende personelle Ausstattung der Einrichtungen. Nur so könne man den Bedürfnissen der Betroffenen gerecht werden. In diesem Sinne sei noch einiges zu tun, merkte er an.

Laut Veronika Schönhofer-Nellessen, Leiterin der Servicestelle Hospiz für die Städteregion, stellt das neue Gesetz eine große Weiterentwicklung dar. Damit sei die Palliativversorgung im ganzen Bundesgebiet gestärkt worden. Und nicht nur in Deutschland, sondern europaweit machen sich Menschen Gedanken um die Hospiz- und Palliativversorgung. Das Europäische Parlament setze sich für eine Weiterentwicklung der entsprechenden Versorgung in der Europäischen Gemeinschaft ein, sagte die Aachener CDU-Abgeordnete Sabine Verheyen. Sie wünscht sich vor allem auch ein einheitliches Verfahren der EU-Länder zum Thema Sterbehilfe.

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