Waldbrände im Amazonasgebiet sind alarmierend

Als EVP-Fraktion sind wir sehr besorgt über die zunehmende Zahl von Waldbränden im Amazonasgebiet. Die resultierende Entwaldung kann das globale Klima erheblich beeinflussen. Denn die Wälder sind die Quelle der Luft, die wir atmen. Brandrodungen zur Kultivierung in landwirtschaftliche Nutzflächen ist eine kurzsichtige Politik, die unsere Lebensgrundlagen zerstört. Wir müssen diese Probleme durch internationale Klimaabkommen und moderne Handelsabkommen lösen. Anstatt Schuldzuweisungen zu machen, sollten wir das Gefühl der Dringlichkeit, das durch die Waldbrände im Amazonasgebiet und anderswo hervorgerufen wird, zum Anlass nehmen, um einen konstruktiven Beitrag zur Debatte darüber zu leisten, wie wir die Handelspolitik in unseren Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels auf globaler Ebene nutzen können. Den Klimawandel können wir nur bekämpfen, wenn wir unsere Wälder schützen. Ich halte es daher für unheimlich wichtig, dass Europa seinen politischen Einfluss nutzt, um die Brandrodungen im brasilianischen Regenwald und im angrenzenden Bolivien zu stoppen.

Hintergrund:

Die Brände und Brandrodungen im Amazonasgebiet sowie im angrenzenden Bolivien vernichten Teile des größten Regen- und Trockenwaldes der Erde und verringern die CO2-Absorption empfindlich. Während die Brandrodungen in Brasilien hohe Wellen schlagen, nicht zuletzt wegen der radikalen Politik des brasilianischen Präsidenten, bleiben die großflächigen Brandrodungen im Nachbarland Kolumbien in Europa weitgehend unbemerkt. Viele EU-Regierungen gehen auf Distanz zum jüngsten Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Südamerikas. Die Ratifizierung des Abkommens steht allerdings nach jetzigem Stand erst 2021 an. Bis dahin wird das Abkommen von Sprachjuristen geprüft.