Menschenrechtsaktivistinnen Nadia Murad Basee Taha und Lamiya Aji Bashar erhalten Sacharow-Preis 2016

Den jesidischen Menschenrechtsaktivistinnen Nadia Murad Basee Taha und Lamiya Aji Bashar hat das Europäische Parlament in seiner heutigen Plenarsitzung in Straßburg den Sacharow-Preis für geistige Freiheit verliehen. Die beiden Frauen sind Überlebende eines grausamen Überfalls des „Islamischen Staates“ auf ihr Heimatdorf Kotscho im irakischen Bezirk Sindscharim im August 2014. Die Terrormiliz IS hatte alle männlichen Bewohner des Ortes grausam ermordert. Die jungen Frauen des Dorfes, darunter auch Nadia Murad Basee Taha und Lamiya Aji Bashar wurden Opfer von Menschenhandel und als Sexsklavinnen ausgebeutet und missbraucht. Den beiden Frauen gelang schließlich die Flucht aus der Gefangenschaft des IS. Heute leben die 23-jährige Nadia Murad Basee Taha und die 19-jährige Lamiya Aji Bashar in Deutschland. Sie sind das Sprachrohr der Frauen, die Opfer der sexuellen Versklavung durch den IS geworden sind, und setzen sich für die Rechte der Gemeinschaft der Jesiden ein.

Die Verleihung des Preises an Nadia Murad Basee Taha und Lamiya Aji Bashar ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Europäische Union Verstöße gegen die Menschenrechte auch außerhalb ihrer Grenzen sehr ernst nimmt.

Die Achtung der Menschenrechte ist einer der grundlegenden Werte der EU. Das Europäische Parlament setzt sich immer wieder aufs Neue dafür ein,  dass Demokratie, das Recht auf freie Meinungsäußerung, faire Wahlen und die Rechte der Unterdrückten in Europa und darüber hinaus geachtet werden.

Nadia Murad Basee Taha und Lamiya Aji Bashar stehen stellvertretend für all jene Frauen und ihre Familien, die unheimliches Leid durch den IS erfahren mussten. Sie haben den Mut, öffentlich über ihre Leidenszeit zu sprechen und auf die Gräueltaten des IS aufmerksam zu machen. Damit setzen sie der Terrormiliz IS eine starke Botschaft entgegen. Dieses Engagement wollen wir mit der Verleihung des Preises würdigen und sie im Kampf gegen den brutalen Terror des IS unterstützen.

Hintergrund

Den mit 50.000 Euro dotierten Sacharow-Preis verleiht das Europäische Parlament seit 1988 jährlich an Menschen und Organisationen, die sich herausragend für Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen. Aus den eingereichten Vorschlägen wählt der außenpolitische Ausschuss drei Kandidaten aus. Die endgültige Wahl wird in der Konferenz der Präsidenten, bestehend aus den Fraktionsvorsitzenden und dem Parlamentspräsidenten, getroffen.