Geschlechterausgewogenheit in Firmen-Vorständen

Frauen sind in Führungspositionen in vielen Bereichen nach wie vor unterrepräsentiert, obwohl sie fast die Hälfte der Erwerbstätigen und mehr als die Hälfte der Hochschulabsolventen in der EU ausmachen. Als CDU/CSU-gruppe unterstützen wir deswegen nachdrücklich Maßnahmen, die Frauen helfen besser in Spitzenpositionen aufzusteigen. Transparente Kriterien für die Kandidatenauswahl sowie die Bevorzugung des unterrepräsentierten Geschlechts bei zwei gleich qualifizierten Bewerbern sind ein Schritt in die richtige Richtung.

Es ist höchste Zeit, die Kommissionsvorschläge aus dem Jahr 2012 zum Abschluss zu bringen. Die deutsche Ratspräsidentschaft sollte hier liefern. Darüber hinaus sollte die Politik die notwendigen Voraussetzungen schaffen, dass Familie und Karriere vereinbar sind. Nur dann ist eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern am Erwerbsleben sowie eine ausgewogene Vertretung beider Geschlechter in Gesellschaftergremien wirklich erreichbar. Dazu gehören auch Lohngerechtigkeit und Entgelttransparenz. Beides darf aber nicht zu Lasten kleiner und mittlerer Unternehmen gehen.

Hintergrund:
Bereits 2012 hat die EU-Kommission vorgeschlagen, dass der Frauenanteil in Firmen-Vorständen bis 2020 auf 40 Prozent steigen soll. Das Europaparlament hat dem Vorschlag 2013 zugestimmt, seitdem wird das Dossier im Rat blockiert. Das Europaparlament will nun einen Abschluss unter deutscher Ratspräsidentschaft erreichen. Derzeit sind weniger als 29% der Vorstandsmitglieder der größten börsennotierten Unternehmen, die in der EU registriert sind, Frauen. Frauen machen jeweils nur rund 8 Prozent der Vorstandsvorsitzenden und Hauptgeschäftsführer (CEOs) aus.