GEGEN DEN STROM erhält den LUX-Filmpreis 2018

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben in ihrer heutigen Plenarsitzung in Straßburg den diesjährigen Gewinner des Lux-Filmpreises gekürt: Der Film „GEGEN DEN STROM“ des isländischen Regisseurs Benedikt Erlingsson erhält die begehrte Auszeichnung, die in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal vom Europäischen Parlament verliehen wird.

GEGEN DEN STROM erzählt die Geschichte der fünfzigjährigen, unabhängigen Frau Halla, die nach außen hin ein ruhiges Leben führt. In Wahrheit jedoch verbirgt sich hinter dieser Fassade ein Doppelleben als leidenschaftliche Umwelt-Aktivistin. Bei anderen lediglich als „die Frau des Berges“ bekannt, führt Halla heimlich einen Ein-Frauen-Krieg gegen die lokale Aluminiumindustrie. Aber als sie beginnt, ihre bisher größte und kühnste Operation zu planen, erhält sie einen unerwarteten Brief, der alles verändert. Ihr Antrag, ein Kind zu adoptieren, wurde endlich angenommen, und in der Ukraine wartet ein Mädchen auf sie. Also beschließt Halla, ihr Dasein als Saboteurin und Retterin der Highlands mit einem letzten großen Angriff auf die Aluminiumindustrie zu beenden, bevor die sich ihren Traum erfüllt und Mutter wird.

Der europäische Film in all seiner Vielfalt ist ein Kernstück unseres Kulturgutes und trägt auch zur Schaffung einer europäischen Identität bei. Leider werden europäische Produktionen auf dem weltweiten Markt häufig von Hollywood-Blockbustern verdrängt. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Filmindustrie in Europa unterstützen und ihr dabei helfen, auf dem Markt zu bestehen. Mit dem Lux-Preis ehren wir die europäische Film- und Kinokultur und machen sie einem breiteren Publikum zugänglich. Der diesjährige Gewinner, „Gegen den Strom“ ist ein sehr starker Film, der sicherlich zum Nachdenken anregt. Regisseur Benedikt Erlingsson inszeniert auf beeindruckende Art und Weise die packende Geschichte einer Frau, die ein Doppelleben als engagierte Umwelt-Aktivistin führt. Der Film behandelt ein sehr aktuelles europäisches Thema und hat sicherlich das Zeug, viele Europäer zu berühren“, erklärt Sabine Verheyen, Mitglied des Europäischen Parlaments und Sprecherin im Ausschuss für Kultur und Bildung.

Der diesjährige Preisträger konnte sich im Finale gegen die Filme DIE ANDERE SEITE VON ALLEM (Mila Turajlić), die Chronik einer Familie in Serbien, die sich zu einem ergreifenden Portrait einer Aktivistin in Zeiten großer Unruhen und politischer Veränderungen entwickelt und gegen STYX (Wolfgang Fischer), der das Dilemma des Westens im Umgang mit der Flüchtlingskrise darstellt, durchsetzen.

Hintergrund

Mit dem LUX-Filmpreis zeichnet das Europäische Parlament seit 2007 jährlich einen Film aus, der auf besondere Weise das europäische Publikum berührt und mit Blick auf die aktuellen sozialen und politischen Herausforderungen in Europa zum Nachdenken anregt. Eine 21-köpfige Fachjury wählt unter allen Teilnehmern zehn Filme für die offizielle Auswahl und schließlich drei Filme ins Finale des Wettbewerbs. Die drei Finalisten-Filme werden in allen 24 Amtssprachen der EU untertitelt und im Zuge der „LUX Film Days“ in den 28 EU-Mitgliedstaaten gezeigt. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments wählen schließlich den Gewinner des LUX-Filmpreises und zeichnen diesen im Rahmen einer Plenartagung in Straßburg aus. Der Film, der den LUX-Filmpreis erhält, wird auch für hör- und sehbehinderte Menschen produziert und beim internationalen Vertrieb unterstützt.