Das Europäische Solidaritätskorps – Mehr Freiwilligentätigkeiten für junge Menschen

Viele junge Menschen in der Europäischen Union engagieren sich nach dem Schulabschluss in Form eines freiwilligen sozialen Jahres. Allein in Deutschland waren im Februar 2019 über 40 000 Bürgerinnen und Bürger im Bundesfreiwilligendienst tätig. Ein freiwilliges soziales Jahr zu machen, eröffnet jungen Menschen die Möglichkeit sich persönlich weiter zu entwickeln und etwas Gutes zu tun, ohne sich schon auf einen zukünftigen Weg festlegen zu müssen. Der Freiwilligendienst ist sowohl für die Gesellschaft als auch für den einzelnen, der ihn absolviert, von großem Wert. Für umso wichtiger halten wir es als Europäisches Parlament, nicht nur Studierenden und Auszubildenden einen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen, sondern auch den Freiwilligen, die dort ihr freiwilliges soziales Jahr machen wollen. Hierzu trägt das 2016 geschaffene Europäische Solidaritätskorps ganz maßgeblich bei. Das Programm soll zur zentralen EU-Plattform für junge Europäerinnen und Europäer werden, die an Freiwilligen- oder Beschäftigungsprojekten teilnehmen wollen, die Gemeinschaften und Menschen in ganz Europa zugutekommen. So soll jungen Leuten die Möglichkeit gegeben werden, wertvolle Kompetenzen für ihre persönliche, soziale, staatsbürgerliche und berufliche Entwicklung zu erwerben und gleichzeitig anderen Menschen zu helfen. Die Projekte des Europäischen Solidaritätskorps umfassen die Bereiche Bildung, Gesundheitsfürsorge, Umweltschutz, Arbeit mit Kindern und älteren Menschen und Aufnahme von Migranten und Asylsuchenden. Zwischen der Einführung des Korps im Jahr 2016 und September 2018 haben sich bereits mehr als 70 000 Menschen für das Korps registriert. Das Programm wird von den europäischen Bürgerinnen und Bürgern begeistert angenommen. Deswegen hat das Europäische Parlament Mitte März in Straßburg mit klarer Mehrheit für die Weiterführung und Intensivierung des Programmes des Europäischen Solidaritätskorps 2021 bis 2027 gestimmt. Außerdem wurde betont, dass Einschränkungen, seien sie finanziell, geografisch oder körperlich, nicht die Teilnahmemöglichkeiten am Programm beschränken dürfen. Jeder, der sich engagieren möchte, soll das auch tun können. Dies ist in meinen Augen ein wichtiges Zeichen der Unterstützung für junge Leute, die solidarisches Engagement in der EU und außerhalb zeigen wollen. Das Programm ist eine win-win-Situation: junge Menschen entwickeln sich in Freiwilligendiensten und unterstützen gleichzeitig die Gesellschaft vor Ort. Das Europäische Solidaritätskorps ist ein gutes Zeichen für die Stärkung der Solidarität in Europa, gerade vor dem Hintergrund der erstarkten nationalistischen Tendenzen anstehenden und den Europawahlen im Mai.

Ich begrüße es außerordentlich, dass so jungen Menschen die Gelegenheit geboten wird, international aktiv zu sein, und dabei gute und gesellschaftlich wichtige Kompetenzen zu erlernen. Fähigkeiten und Erfahrungen, wie beispielsweise persönliche, soziale, bildungsbezogene und berufliche Qualifikationen, helfen ihre Beschäftigungsfähigkeit zu steigern und den Übergang in die Arbeitswelt zu erleichtern. Das Europäische Solidaritätskorps ist in meinen Augen eine handfeste Investition in unsere junge Generation und den langfristigen Zusammenhalt in Europa. Umso mehr freue ich mich, dass das Programm fortgesetzt und sogar intensiviert wird. Ich wünsche mir, dass das Europäische Solidaritätskorps auch in Zukunft viele Türen zum Lernen und Arbeiten in Europa öffnen wird und hoffentlich auch bei den jungen Menschen in unserer Region viel Anklang findet.