70 Jahre Schuman-Erklärung

70 Jahre nach der Schuman-Erklärung, die das gemeinsame Europa nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs mitbegründet hat, stehen wir vor einer der schwierigsten Herausforderungen in der Geschichte unserer Gemeinschaft: einer gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Krise, die durch den Ausbruch von COVID 19 ausgelöst wurde. Die Corona-Pandemie zeigt uns nun, wie wichtig es ist, dass wir in Europa zusammenstehen. Denn das Virus macht nicht an Grenzen halt und nur gemeinsam können wir diese Krise bewältigen.

Jean Monnet, der Urheber der Schuman-Erklärung, sagte, dass die Menschen den Wandel nur akzeptieren, wenn sie vor der Notwendigkeit stehen, und die Notwendigkeit nur anerkennen, wenn sie sich in einer Krise befinden. Jede Krise bietet auch die Möglichkeit, einen Schritt nach vorne zu machen. Und die derzeitige Krise verschärft die Dringlichkeit, dass die Europäische Union darauf hinarbeitet, effektiver, demokratischer und bürgernäher zu werden.

Statt in nationalen Egoismus zurückzufallen, gilt es jetzt, die Coronakrise und all ihre Auswirkungen und Schwierigkeiten gemeinsam zu bewältigen. Wir brauchen eine starke Europäische Union, die in enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern im Geiste gegenseitiger Fairness und Verständigung den Weg in die Zukunft weist. Jede Krise kann eine Chance sein. Europa kann und muss an ihr wachsen. Das ist die Aufgabe, die jetzt vor uns liegt.

Hintergrund:
Am 09. Mai 1950 schlug der französische Außenminister Robert Schuman die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) vor. Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Belgien und Luxemburg bildeten eine Staatengemeinschaft und legten den Grundstein für die heutige Europäische Union.