Kolumne von Sabine Verheyen

10.02.2021, Schleidener Wochenspiegel

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Corona-Krise hat uns leider ganz deutlich gezeigt: In Europa gibt es nach wie vor gravierende Unterschiede bei der digitalen Bildung. In einigen Mitgliedstaaten hatten sogar 32 Prozent der Schüler mehrere Monate lang keinen Zugang zur Bildung. Und selbst dort, wo die Lernenden Zugang zu digitaler Bildung hatten, waren sie oft auf sich allein gestellt, teilweise ohne dafür ausgebildete Lehrer, ohne das soziale Miteinander ihrer Mitschüler und manchmal ohne familiäre Unterstützung.

Das Thema digitale Bildung müssen wir in Europa daher stärker ins Auge fassen. Die Corona-Krise hat zu einer Art Ad-hoc-Digitalisierung geführt. In diesen Krisenzeiten zeigte sich, welche Länder bereits in digital verfügbare Lehrmaterialien, Lehrerausbildung und digitale Kompetenz investiert haben. In Dänemark und in Frankreich ist der Einsatz der Informationstechnologie im Bildungsbereich verpflichtender Bestandteil der Ausbildung von Lehrkräften. Zudem können Länder wie Dänemark, Estland und Finnland heute auf ihren bisherigen Erfolgen im Bereich der digitalen Bildung aufbauen. Diese Länder profitierten davon, dass sie weniger Vorbereitungs- und Anpassungszeit benötigten, um den Unterricht normal weiterführen zu können. Die Krise erinnert uns daran, wo in Europa wir dringend nachrüsten müssen. Hier müssen wir offener werden und voneinander lernen.

Ich begrüße daher die Initiative, eine europäische Bildungsplattform auf EU-Ebene einzurichten – mit digitalen Bildungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen, für die gemeinsame Nutzung von Bildungsmaterial und für den Austausch bewährter Praktiken.

Im Kultur- und Bildungsausschuss im EU-Parlament haben wir uns in den vergangenen Monaten zudem eingehend mit dem Thema digitale Bildung beschäftigt. Im Februar werden wir voraussichtlich über einen Bericht zur zukünftigen Politik in diesem Bereich abstimmen. Als Ausschussvorsitzende habe ich an diesem Bericht intensiv mitgearbeitet. Wir brauchen in meinen Augen dringend eine hochwertige Infrastruktur, Ausrüstung und Hochgeschwindigkeitsinternet – das sind Grundvoraussetzungen für digitale Bildung.

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