Freihandelsabkommen mit Neuseeland

Das im Juli 2023 frisch unterzeichnete Freihandelsabkommen mit Neuseeland markiert einen bedeutenden Meilenstein für die EU-Handelspolitik und unterstreicht das Engagement für einen regelbasierten globalen Handel. Dieses Abkommen hebt sich von seinen Vorgängern ab, indem es fortschrittliche Regelungen für den digitalen Handel, spezifische Anlaufstellen für kleine und mittlere Unternehmen sowie die vollständige Integration des neuen EU-Nachhaltigkeitsansatzes enthält. Es dient somit als wegweisendes Beispiel für moderne Handelspolitik.

Inmitten eines zunehmend rauen globalen Klimas und steigendem protektionistischen Drucks beweist die EU ihre Rolle als Verfechterin der bewährten regelbasierten globalen Handelsordnung. Trotz der geografischen Distanz sind die EU und Neuseeland bewährte, enge, verlässliche und gleichgesinnte Partner. Das Freihandelsabkommen ermöglicht es uns, den globalen Handel durch die Stärke des Rechts zu gestalten, anstatt die Macht des Stärkeren zu favorisieren.

Angesichts der bedenklichen Flaute an neuen EU-Handelsabkommen in den vergangenen Jahren sollte das Abkommen mit Neuseeland als Auftakt für eine neue europäische Abkommensinitiative dienen. Die breite Zustimmung im Europäischen Parlament signalisiert ein klares Bekenntnis zu neuen EU-Handelsabkommen.

 

Hintergrund

Im Juni 2022 erzielten die EU und Neuseeland, nach intensiven vierjährigen Verhandlungen, eine Einigung über ein Freihandelsabkommen. Die feierliche Unterzeichnung dieses Abkommens fand im Juli 2023 statt. In dieser Woche hat das Parlament abschließend über das Abkommen abgestimmt, das im Jahr 2024 in Kraft treten soll. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Handel zwischen den beiden Partnern aufgrund dieses Abkommens voraussichtlich um etwa 30 Prozent wachsen wird. Diese Entwicklung könnte zu einer Steigerung der EU-Investitionen in Neuseeland um bis zu 80 Prozent führen. Hinsichtlich der Exporte aus den EU-Staaten nach Neuseeland erhofft sich die EU-Kommissionen einen Zuwachs von bis zu 4,5 Milliarden Euro pro Jahr. Dieses Freihandelsabkommen markiert nach dem im Februar 2020 verabschiedeten Handelsabkommen zwischen der EU und Vietnam das zweite Abkommen, das in dieser Legislaturperiode verabschiedet wurde.