EU investiert in die Jugend: Erasmus+ wird erweitert

17.05.2021, Augsburger Allgemeine 

Die Pandemie konnte den Siegeszug von Erasmus+ nicht stoppen. „Junge Menschen studieren mit dem EU-Programm momentan virtuell, ‚blended’ (virtuell und vor Ort, d. Red.) oder physisch vor Ort im Ausland“, bilanzierte Stephan Geifes, Direktor der Nationalen Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD), vor wenigen Tagen die Situation beim größten Austauschprogramm für Schüler, Studierende und Azubis der Welt. Zum Start des Sommersemesters im Januar dieses Jahres lag die Zahl der Deutschen mit 9000 um rund 75 Prozent höher als vor dem Ausbruch der Pandemie. Es sollen noch mehr werden.

An diesem Mittwoch macht das Europäische Parlament den Weg für den vielleicht größten Sprung in der Geschichte dieses Projektes frei: Dann stehen in dieser Finanzperiode der Union, die bis 2027 dauert, fast 13 Milliarden Euro mehr zur Verfügung – fast doppelt so viel wie in der 2020 ausgelaufenen Sieben-Jahres-Periode. Insgesamt dürfen 26,2 Milliarden Euro ausgegeben werden. Mehr noch: Die geförderten jungen Leute können ihre Unterstützung sogar selbstständig erhöhen, wenn sie beim Transport auf ihren ökologischen Fußabdruck achten und nur nachhaltige Verkehrsmittel benutzen. Und: Zum ersten Mal wird auch der Aufenthalt Erwachsener unterstützt, wenn sich diese in eine Bildungsmaßnahme eingeschrieben haben, um beispielsweise ihre digitalen Fähigkeiten zu erhöhen.

Förderprogramm Erasmus+ gilt für 33 Länder in Europa

„Wir können Erasmus+ als europäische Erfolgsgeschichte fortsetzen“, sagte Sabine Verheyen, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung im Europäischen Parlament, am Montag zu unserer Redaktion. „Es ist ein wichtiger Schritt zu mehr Investitionen in Bildung und Ausbildung.“ Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die EUnun einen Schwerpunkt auf Inklusion sowie benachteiligte Jugendliche setzt. In der Vergangenheit waren Jugendliche mit Behinderungen oder auch aus sozial schwachen Familien unterrepräsentiert. Nun sollen sie gezielt gefördert werden, um ebenfalls eine mehrwöchige oder mehrmonatige Lernzeit im Ausland zu verbringen. Verheyen: „Das ist unabhängig davon, ob die Benachteiligung auf eine Behinderung, Armut, geografische Abgelegenheit, Migrationshintergrund oder auf andere Gründe zurückzuführen ist.“

>> Lesen Sie hier den Beitrag weiter.