Grußwort von Sabine Verheyen
Liebe Leserinnen und Leser,
als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und ehemalige Vorsitzende des Kultur- und Bildungsausschusses liegt mir die Förderung junger Menschen in Europa besonders am Herzen.
Umso mehr freut es mich, dass „Jugend im Dialog“ auch in diesem 49. Jahr wieder zahlreiche Jugendliche aus unserer Region und darüber hinaus zusammenbringt. Dieses Projekt eröffnet wertvolle Möglichkeiten: voneinander zu lernen, neue Perspektiven zu entdecken und die eigene interkulturelle Kompetenz zu erweitern. So ist „Jugend im Dialog“ ein Herzensprojekt für mich. Denn es zeigt, wie aus Begegnungen Verständnis entstehen kann und wie sich schließlich aus Verständnis Freundschaften entwickeln können.
Das diesjährige Motto „Brücken bauen“ könnte also kaum passender sein. Brücken verbinden – sie überwinden Grenzen, schaffen Begegnungen und eröffnen neue Wege. Genau das geschieht bei „Jugend im Dialog“: Jugendliche aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen begegnen einander, tauschen sich aus, arbeiten gemeinsam an Projekten und wachsen dabei zusammen. Sie bauen Brücken aus Vertrauen, Respekt und gegenseitigem Verständnis.
Diese Brücken sind nicht aus Stein, sondern aus gemeinsamen Erfahrungen, Offenheit und Wertschätzung gebaut. Sie tragen dazu bei, Vorurteile abzubauen und Freundschaften über Grenzen hinweg zu knüpfen. Sie sind von unschätzbarem Wert, denn sie sind das Fundament für ein friedliches Zusammenleben, für gegenseitigen Respekt und für eine Zukunft, in der Vielfalt als Stärke verstanden wird. So ist jede Brücke, die wir heute zwischen Menschen bauen, ein kleiner Beitrag zu einem geeinten, freien und solidarischen Europa. Gerade in einer Zeit, in der Europa vor großen Herausforderungen steht und Stimmen, die Spaltung und Misstrauen schüren, leider lauter werden, setzen die jungen Menschen ein starkes Zeichen: Wir können Brücken bauen – über Grenzen hinweg, mitten in Europa.
Und so bin ich davon überzeugt: Wer einmal die Erfahrung gemacht hat, dass Zusammenarbeit über Grenzen hinweg möglich ist, wird diese Haltung auch in sein weiteres Leben tragen – sei es in der Schule, im Beruf oder in der Gesellschaft.
Ich heiße alle jungen Gäste herzlich in unserer Euregio willkommen und wünsche Ihnen inspirierende Gespräche, viele neue Bekanntschaften und den Mut, die Brücken, die Sie hier bauen, auch in Zukunft zu pflegen und weiter zu stärken.
Ihre Sabine Verheyen
Die Kolumne wurde im EuriArtes veröffentlicht und ist hier abrufbar.
